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gewobene Labels - Pro Label

Gewobene Labels – uraltes Handwerk in moderner Form

Sticken gilt bei vielen Kunden als das exklusivste Textilveredelungsverfahren. Daran wird sich zum Glück so schnell nichts ändern. Denn gestickte Motive wirken edel, heben sich vom Untergrund, sind strapazierfähig und langlebig. Was aber, wenn ein Motiv zu fein ist oder das Motiv einen bildlichen Charakter hat und sich nicht gut als Stickerei umsetzen lässt? Dafür gibt es Pro-Labels. Das sind gewobene Labels, mit denen sich auch feine und detaillierte Motive umsetzen lassen.

Weben – eine Technik, die noch älter ist als die Töpferei

Laut Wikipedia gehört das Weben, nach Holz- und Steinbearbeitung, zu den ältesten Handwerken der Menschheit und gilt bereits seit 32‘000 Jahren als nachgewiesen. In unserem Blogartikel „Vom Posamenten bis zum Pro Label – Eine Zeitreise durch die Textilveredelung“ können Sie sich über die neueren geschichtlichen Hintergründe zu diesem Textilveredelungsverfahren informieren. Spannend ist dabei auch, dass gerade hier bei uns im Baselbiet, dieses Handwerk eine Treibkraft der Industrialisierung war.

Moderne Entwicklung der gewobenen Labels und Patches

Produkte die bei uns zum Einsatz kommen, werden heute auf modernen Schweizer Maschinen gewoben. Produziert wird weltweit. Meist in Fernost oder in der Türkei. Dabei sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Bis zu 8 Farben können miteinander verwoben werden. Damit können auch fein aufgelöste Motive und Logos hergestellt werden. Dabei bieten auch die Pro-Labels, wie wir sie nennen, die Vorteile, welche eine Stickerei bietet. Auch sie wirken edel, heben sich schön vom Hintergrund ab und sind je nach Befestigungstechnik ebenfalls sehr strapazierfähig und langlebig.

Von der Idee bis zum fertigen Produkt

Ähnlich wie beim Sticken muss auch für ein gewobenes Motiv ein Programm erstellt werden. Früher wurden dafür Lochkarten verwendet. Heute sind das natürlich elektronische Vorlagen, mit denen die Webmaschinen angesteuert werden. Für jedes Motiv muss vorab so ein Webprogramm erstellt werden. Für Nachbestellungen kann dies dann jeweils wieder verwendet werden. Ist das Programm erstellt, werden die Logos meist in Form von Bändern gewoben und anschliessend entweder ausgestanzt oder mit dem Laser konturgenau ausgeschnitten. Das Schneiden mit dem Laser bietet den Vorteil, dass die Ränder versiegelt werden und das Label nicht ausfranst.

So kommt das Label auf das Textil

Hier gibt es verschiedene Varianten und Möglichkeiten. Klassische Pro-Labels werden bei uns mit einem laminierten Kleber auf der Rückseite ausgeliefert. Je nach Einsatzbereich können diese Patches dann einfach aufgebügelt oder angenäht werden. Bei Artikeln aus unbeschichteten Materialien wie Baumwolle und/oder Polyester reicht in der Regel das Aufbügeln mit einer Transferpresse. Bei Nylon und beschichteten Textilien empfehlen wir hingegen eine zusätzliche Befestigung mittels Aufnähen.

Von Äpfel und Birnen

Es gibt heute unzählige Anbieter von gewobenen Labels aller Art. Die Qualität der gelieferten Artikel ist teilweise stark unterschiedlich. Um faule Äpfel und süsse Birnen erfolgreich voneinander unterscheiden zu können, sollten Sie ein paar Muster ihrer Lieferanten anfordern. Prüfen Sie folgende Punkte:

  • Sind die Ränder schön glatt und fransen nichts aus? (Lasercut)
  • Sind die Garne schön satt und dicht gewoben?
  • Sind helle Farben, insbesondere Weiss, schön blickdicht oder schimmern die anderen Farben durch?
  • Haftet der laminierte Kleber auf der Rückseite?
  • Ist die Haftung auf dem Textil ausreichend für ihren Einsatzbereich?

Achten Sie bei einem Angebot nicht nur auf den Preis. Auch Mindestmengen, Lieferfristen, Strapazierfähigkeit und Qualität sind wichtig. Lassen Sie sich hierzu unbedingt von Ihrem Händler gut beraten und fordern Sie vorgängig Muster an.

Der Experten-Tipp zum Schluss

Mit einem kleinen Trick lässt sich die Haftung der gewobenen Labels zum Aufbügeln verbessern. Oder besser gesagt, die Gefahr, dass sich die Labels lösen, kann minimiert werden. Vermeiden Sie dazu unbedingt zu feine freigestellte Spitzen und runden Sie Ecken und Spitzen wenn möglich immer leicht ab. So wir die Gefahr gemindert, dass sich diese Teile des Labels an anderen Textilien oder rauen Oberflächen verheddern und das Label sich so langsam ablösen kann.

So bereiten Ihnen die Pro-Labels lange Freude und Ihr Motiv kommt edel und exklusiv zur Geltung.

 

 

Zum Autor:

Stefan Meyer ist Co-Geschäftsführer und gemeinsam mit Cécile Alarcon Inhaber der Permatrend AG. Er ist verantwortlich für die Produktionsleitung, Produktentwicklung, IT & EDV sowie für das digitale Marketing. Nach einer Ausbildung zum Detailhandelsfachmann im Bereich Herrenkonfektion und einigen Jahren Berufserfahrung stiess er 1994 zum Team der Permatrend. Nach diversen Weiterbildungen und Stationen innerhalb der Firma übernahm er im Januar 2018 gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin die Firma Permatrend.

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