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Das Einmaleins der Applikation von Textildruck Transfers

Das Einmaleins der Applikation

Applizieren, Aufbügeln, Aufpatchen oder Umbügeln sind nur einige Ausdrücke die verwendet werden, wenn es darum geht den Vorgang zu beschreiben, bei dem Textildrucktransfers mittels einer Transferpresse auf Textilien übertragen werden. Wir sprechen dabei meist von der Applikation. Textildruck Transfers bieten viele Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Siebdruck, bei dem die Farbe direkt auf die Textilien gedruckt wird. So können Transfers zum Beispiel in grösserer Menge hergestellt und nach Bedarf aufgebügelt werden. Damit können Kosten gesplittet und das Lagerrisiko optimiert werden. Das korrekte Applizieren der Transfers ist neben der Qualität der Drucke entscheidend für die gute Haftung und Langlebigkeit der Textildrucke. Falsch aufgebügelte Textildrucktransfers können sich wieder von den Textilien lösen. Bei falscher Handhabung können auch Beschädigungen an den Textilien entstehen. Damit dies nicht geschieht und sich die herausragenden Eigenschaften der Transferdrucke voll entfalten können, zeigen wir Ihnen in diesem Blogbeitrag auf, wie Sie Transfers korrekt aufbügeln

Eine gute Vorbereitung erspart viel Ärger

Damit Textildrucktransfers gut haften, müssen die Vorgaben der Hersteller eingehalten werden. Zu beachten sind die Applikationstemperatur, der Anpressdruck und die Zeitdauer, die jeder Produzent für seine Produkte vorgibt. Je nach Gewebe und Transfer können diese Faktoren oft gering angepasst werden. Doch es ist wichtig, dass die Vorgaben möglichst eingehalten werden. Kontrollieren Sie also vor dem Pressen unbedingt, ob die folgenden Einstellungen korrekt vorgenommen wurden:

  • Temperatur
  • Druck
  • Einstellung der Zeitdauer des Pressvorgangs

Bei den meisten Transferpressen wird nur die obere Platte beheizt. Wird die Presse nicht genutzt, kühlt die untere Platte, auf der die Textilien platziert werden, wieder aus. Wird die Presse in diesem Zustand geschlossen, muss sich erst die untere Platte aufwärmen. Damit dies nicht zu unerwünschten Ergebnissen führt, betätigen Sie die Presse einige Male ohne Textilien und Transfers, bis die Anzeige zum Aufheizen der Presse erlischt. So verteilt sich einerseits die Wärme des Heizstrangs gleichmässig in der Heizplatte und die untere Platte wird ebenfalls aufgeheizt. Wiederholen Sie diesen Vorgang jeweils auch nach längeren Pausen. Kontrollieren Sie auch regelmässig, dass keine Kleber- oder Farbspuren auf der Heizplatte sind. Diese können in der Regel mit einem weichen Tuch von der heissen Druckplatte geputzt werden. Seien Sie vorsichtig dabei, um Verbrennungen zu verhindern.

Tipp: Kontrollieren Sie auch unbedingt, ob das Textildrucktransfer wirklich Ihren Vorgaben entspricht und nicht doch etwas im vorgängigen Gut zum Druck übersehen wurde!

Machen Sie einen vorgängigen Drucktest

Kundenbewusste Transferhersteller liefern in der Regel zwei bis drei Transfers mehr als bestellt wurden. Nutzen Sie diese, um vor dem Beginn mit dem Auftrag ein Drucktest auf ein identisches oder möglichst ähnliches Textil zu machen. Textildrucktransfers können auf verschiedenen Textilien unterschiedlich wirken und bei veränderten klimatischen Bedingungen unterschiedlich reagieren. Mit dem Drucktest gewinnen Sie vorab einen Eindruck, ob das Transfer wirklich das gewünschte Resultat bringt. Je nach Resultat können die Einstellungen zum Aufbügeln leicht angepasst werden. Zeigt ein Druck nicht die gewünschte Deckkraft hilft oft eine geringfügige Verkürzung der Applikationszeit oder eine minimale Reduktion der Temperatur. Kontrollieren Sie in so einem Fall auch, ob die Werte der Anzeige (Druck, Temperatur, Zeitdauer) auch wirklich der Realität entsprechen. Verbindet sich ein Druck nicht gut mit dem Textil und bleibt am Trägermaterial haften, hilft oft die Temperatur etwas zu erhöhen oder die Zeitdauer nach dem Öffnen der Presse bis zum Ablösen des Trägers leicht anzupassen.

Tragen Sie der Beschaffenheit der Textilien Sorge

Es gibt heute unzählige Arten von Textilien, die mittels Transferdruck veredelt werden können. Dabei gilt es zu beachten, dass diese beim Applizieren unterschiedlich hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Achten Sie bei der Beschaffung der Textildrucke unbedingt auf die benötigte Applikationstemperatur. Die meisten synthetischen Textilien, funktionelle Bekleidung oder mehrlagige Stoffe mit atmungsaktiven und feuchtigkeitsregulierenden Membranen vertragen keine grosse Hitze. Dabei können Glanzstellen entstehen, das Gewebe schmelzen oder Membranen zerstört werden. Bei solchen Textilien unbedingt mit Transfers arbeiten, die nicht heisser als mit 150° aufgebügelt werden können. Vorsicht ist auch bei Knöpfen und Reissverschlüssen aus Kunststoff geboten. Diese können ebenfalls schmelzen und sollten nicht unter der Heizplatte platziert oder abgedeckt werden. Sollten sich Glanzstellen auf den Textilien zeigen, hilft es oft, wenn die Textilien beim Pressen mit einem weichen Vlies oder einem dünnen Jerseystoff aus Baumwolle abgedeckt werden. Auch hier sind Transfers mit niedrigeren Applikationstemperaturen klar im Vorteil.

Falls sich beim Schliessen der Transferpresse eine starke Entwicklung von Dampf zeigt, ist von einer hohen gespeicherten Feuchtigkeit in den zu bedruckenden Textilien auszugehen. Pressen Sie diese unbedingt vor. Der entstehende Dampf kann sonst zwischen Textildruck und Textil eingeschlossen werden und so verhindern, dass sich der Druck korrekt mit dem Stoff verbindet.

Appreturen, Beschichtung und Ausrüstungen der Textilien

Viele Textilien werden heute mit zusätzlichen chemischen Substanzen ausgerüstet, um den Stoffen verbesserte Eigenschaften zu verleihen. Seien es Easy Care Ausrüstungen bei Hemden oder Wasser- und Schmutz abstossende Appreturen bei Outdoor- und Arbeitsbekleidung. Die meisten dieser Behandlungen können die Haftung der Textildrucke, sowohl im Direktsiebdruck- als auch im Transferdruckverfahren beeinflussen. Bei Hemden empfehlen wir den Kunden eine zusätzliche Dienstleistung anzubieten und die Hemden vor der Veredlung waschen zu lassen. Die hat einerseits den Vorteil, dass ein Teil der Beschichtung ausgewaschen wird und andererseits erhält der Kunde die Hemden bereits gewaschen und bereit zum Tragen. Die meisten Beschichtungen lassen sich durch das Vorbügeln der Textilien „knacken“. Dabei legen Sie das Textil vor der Platzierung der Drucke unter die Presse und bügeln den gewünschten Teil mit 3 – 10 Sekunden vor. Wir empfehlen bei solchen Materialien immer einen vorgängigen Test. Bedrucken Sie ein Textil und lassen es mindestens 24 Stunden liegen. Danach beurteilen Sie die Haftung der Drucke. Noch besser wäre es, zusätzlich einen Waschtest zu machen. Ihr Kunde wird das verstehen und froh sein, wenn Sie sich schon vorgängig darum kümmern, ihm die bestmögliche Veredlung zu gewährleisten.

Alles eine Frage der Position

Beachten Sie schon bei der Bedarfsabklärung und Auftragsklarstellung mit Ihrem Kunden, ob gewünschte Druckpositionen überhaupt möglich und sinnvoll sind. Schauen Sie sich dazu das Textil genau an. Nicht empfehlenswert sind Drucke über Nähte, direkt an Reissverschlüsse oder Knöpfe angrenzend. Auch Netzfutter sind oft für eine Bedruckung schlecht geeignet, da sich deren Struktur in den Drucken sichtbar abbilden kann. Bei sehr dick gefütterten Textilien gilt es, den Druck eher nach oben anzupassen. Klären Sie diese Faktoren bereits beim Gespräch mit dem Kunden, wenn die Textilien ausgewählt werden. Das erspart Ihnen und Ihren Kunden später böse Überraschungen.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Es gibt unzählige Kombinationen von Textildrucken und Textilien. Dazu gibt es auch ein unüberschaubar grosses Angebot an Textildruckpressen. Dies führt dazu, dass es schwierig ist, die Applikationsvorgaben vollständig zu standardisieren. Hilfreich ist hier das Erfahrungswissen der Mitarbeiter. Übung macht bekanntlich den Meister und es empfiehlt sich, gewonnene Erkenntnisse zu dokumentieren, so dass auf diese Erfahrungen jederzeit wieder zurückgegriffen werden kann. Unsere Profis in der Applikationsabteilung geben Ihr Wissen zum Aufbügeln der Permatrend Transfers gerne weiter. Zögern Sie also nicht uns anzurufen, sollten Sie beim Applizieren auf Schwierigkeiten stossen. Die Telefonnummer 061 985 80 31 ist Ihr direkter Draht in unsere Applikationsabteilung, wo Ihnen langjährige und kompetente Applikationsprofis gerne weiterhelfen.

 

 

Zum Autor:

Stefan Meyer ist Geschäftsführer von Permatrend AG und dort verantwortlich für die Produktionsleitung, IT & EDV sowie für das digitale Marketing. Nach einer Ausbildung zum Detailhandelsfachmann im Bereich Herrenkonfektion und einigen Jahren Berufserfahrung stiess er 1994 zum Team der Permatrend.

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